Projekte
Folgende Projekte haben wir abgeschlossen:
- Diskussionsforum Teilhabe und Prävention
- Aktion „55plus“: Arbeit, Gesundheit und Pläne fürs Alter von über 55-jährigen Personen in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft
- „50plus Gesundheitscheck“ – Instrument zur Selbsteinschätzung des Gesundheitsstatus von älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen
- Berufedatenbank für die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE)
- EIBE – Entwicklung und Integration eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements
- Ergos-Studie: Ermittlung des Beitrags von ERGOS-Untersuchungen zur arbeits- und sozialmedizinischen Beurteilung der spezifischen arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit
- Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben
- FORD-Projekt FILM: Förderung der Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter
- FORD-Projekt IMPF: Integration von Mitarbeitern in die Produktive Fahrzeugtechnik
- Der 8-Punkte-Plan (Hilfe für Kleinstbetriebe zum betrieblichen Eingliederungsmanagement)
- ARCON-Studie: Test-Retest-Reliabilität des FCE-Verfahrens ARCON
- FCE-Studie: FCE-Systeme zur Beurteilung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit - Bestandsaufnahme und Experteneinschätzung
- IMBA: Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt
- Projekt Analyse Fahrradzustellung der Deutschen Post AG
- PRVE: Prävention und Rehabilitation zur Verhinderung von Erwerbsminderung
- ZAK-Online: Zusatzqualifikationen mit Online Training und Ausbau eines Kooperationsnetzwerkes mit Betrieben
- Identifizierung von Risiko- und Protektionsfaktoren für Ängste und depressive Verstimmung bei berufstätigen Frauen und Männern sowie Präventionskonzept zur Gesundheitssicherung – IRis Protekt
- Health Tutoring in Adult Education – Gesundheitscoaching in der Erwachsenenbildung
Diskussionsforum Teilhabe und Prävention
Kurzbeschreibung
Vor dem Hintergrund der Arbeitsschwerpunkte des Instituts werden seit 2003 im iqpr Diskussionsforen zu Rechts- und Sachfragen aus verschiedenen Bereichen der Themenfelder Teilhabe und Prävention gepflegt. Seit 01.09.2006 werden die Diskussionsforen als eigenständiges Projekt unter der Dachbezeichnung „Diskussionsforum Teilhabe und Prävention“ weitergeführt und kontinuierlich fortentwickelt. Im Rahmen dieses Projektes konnten kompetente und bekannte Kooperationspartner gewonnen werden. Dies sind:
Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg
Institut für Deutsches und Europäisches Sozialrecht,
Universität Köln
Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik in Europa,
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Das Diskussionsforum Teilhabe und Prävention soll einen Diskussionsprozess zu bisher offenen Fragen in den Bereichen Teilhabe und Prävention in Gang setzen und halten. Die Beiträge werden als PDF ins Internet gestellt und kostenlos per E-mail an Interessenten verschickt. Jeder Leser kann eigene Beiträge einreichen und Stellungnahmen zu bestehenden Beiträgen verfassen.
Thematisch ist das Diskussionsforum in vier Einzelforen untergliedert:
Themenkomplexe aus dem Sozialgesetzbuch, insbesondere aus dem SGB IX, werden im Forum A – Leistungen zur Teilhabe und Prävention Forum B – Schwerbehindertenrecht und betriebliches Gesundheitsmanagement – behandelt. Im Forum B ergeben sich enge Verknüpfungen zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen. Diese Foren richten sich in erster Linie an Kommentatoren des SGB IX und Arbeitsrechtsexperten, aber auch an alle anderen an Rechtsfragen des SGB IX, des Sozialgesetzbuchs und des Arbeitsrechts interessierten Personen.
Das Forum C – Gutachten und Assessment – hat die Erörterung von Fragen der sozialmedizinischen Begutachtung und zu den immer wichtiger werdenden Assessmentverfahren zum Ziel. Thematisch ergeben sich Schnittbereiche mit den Rechtsfragen des SGB IX. Angesprochen werden hier insbesondere Richter und Sozialmediziner, aber natürlich wiederum alle Personen, die ein entsprechendes Interesse an der Thematik besitzen.
Seit Ende 2006 besteht das Forum D – Entwicklungen und Reformvorschläge im Recht der Teilhabe und Prävention. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Erörterung neuer Gesetzesvorhaben aus den Bereichen Teilhabe und Prävention, die zwar noch keine konkreten Praxisfragen aufgeworfen haben, bei denen dies aber abzusehen ist und die daher besonders diskussionswürdig sind.
Laufzeit und Projektgeber
Das Diskussionsforum war zunächst ein unselbständiger Teil der umfangreichen Projekte PRVE und Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben und wird seit dem 01.09.2006 als eigenständiges Forschungsprojekt vom BMAS gefördert.
Projektleitung
Anja Hillmann, Ass. jur.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Diskussionsforums Teilhabe und Prävention.
Aktion „55plus“: Arbeit, Gesundheit und Pläne fürs Alter von über 55-jährigen Personen in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft
Ziel
Der demografische Wandel ist in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft bereits Realität. Arbeiten bis ins hohe Alter ist die Regel, obwohl die körperlichen Belastungen überdurchschnittlich hoch. Die Land- und forstwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger in Bayern (LSV) wollten ein Kundenprofil erstellen, auf dieser Basis den Kundendienst verbessern und maßgeschneiderte Angebote für mehr Gesundheit, Sicherheit und soziale Absicherung bis ins hohe Alter anbieten.
Methode
Es wurde eine Fragebogenerhebung mit einem Rücklauf von n=3.176 (39,1%) durchgeführt. Grundgesamtheit sind alle Personen älter als 55 Jahre, die in land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben in Bayern erwerbstätig sind oder mithelfen. Aus dieser Grundgesamtheit wurde eine dreistufige, zum regionalen Populationsumfang proportionale Zufallsstichprobe gezogen.
Kernergebnisse
- Arbeitsfreude ist im Vergleich zu Industriebeschäftigten überdurchschnittlich ausgeprägt, die Lebenszufriedenheit entspricht der Referenzpopulation in Deutschland.
- Für die Arbeit im Alter dominieren intrinsische Motive und das Motiv des Hoferhalts.
- Selbstbestimmtes und als sinnhaft erlebtes Arbeiten gehen mit geringeren Beschwerden und mit deutlich höheren Positivindikatoren der Gesundheit einher.
- Im hohen Alter (75 Jahre und älter) gehören Besorgungs- und Kontrollgänge auf dem Hof sowie Holzarbeiten zum Alltag.
- Es besteht Beratungsbedarf bezüglich Patientenverfügung, Hofübergabe, Altersvorsorge, Pflege.
Bedeutung für die Praxis
In der Folge der Erkenntnisse aus 55plus entwickelt oder überarbeitet die LSV u.a. folgende Angebote: Sturzprävention älterer Menschen auf dem Hof, Gesundheitsangebote für Hofübergeber, Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige, Verhaltensänderung im Alter, Waldseniorentage, Verstärkung der Netzwerkarbeit z.B. mit dem Bauernverband, Integration von Kernergebnissen in die Öffentlichkeitsarbeit und Beratungspraxis.
Innovationskraft
Es wurde eine empirisch wenig betrachtete Population untersucht: Personen in einem überwiegend klein- und familienbetrieblichen Setting und dazu in einer Branche, die im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen auch jenseits der Regelaltersgrenze aktiv am Arbeitsleben teilnehmen. Neben der Analyse von gesundheitsgefährdenden Faktoren werden insbesondere jene Aspekte der Arbeit berücksichtigt, die das Wohlbefinden fördern und die Gesundheit erhalten und damit zu einer gesunden Alterung beitragen.
Projektleitung und Ansprechperson
Christian Hetzel, E-Mail: hetzel@iqpr.de
Download
Bildschirmpräsentation: Eine Kundenbefragung der LSVen in Bayern in Zusammenarbeit mit den Landfrauen im BBV unter wissenschaftlicher Begleitung von iqpr (download als PDF; 437 KB)
„50plus Gesundheitscheck“ – Instrument zur Selbsteinschätzung des Gesundheitsstatus von älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen
Ziel
Im Rahmen des europäischen EQUAL-Projektes Altersmanagement wurde das iqpr beauftragt, ein Instrument zu entwickeln, mit dem Arbeitnehmer/innen im Alter ab ca. 50 Jahre ihren Gesundheitsstatus einschätzen können. Gesundheit wird hier nicht als Messung von Erkrankungen verstanden, sondern im Sinne von Antonovski, als ein dynamischer Balancezustand zwischen objektiven Daten und subjektiven Befinden einer Person. Orientiert an einer Verkehrsampelskala werden Hinweise zu Änderungen im Gesundheitsverhalten gegeben.
Inhalte und Methodik
Für die Entwicklung des Instrumentes gab es folgende Vorgaben: Der Aufwand sollte zehn Minuten und den Umfang von 50 Items nicht überschreiten. Die Sprache soll sich an allen Bildungsschichten orientieren. Alle Aspekte i. S. von work-life-balance sollen erfasst werden. Das Instrument muss leicht zu handhaben sein. Der Schutz persönlicher Daten ist ebenso wie die Gender Neutralität durchgehend zu gewährleisten. Das Instrument wurde in der Form eines elektronischen Fragebogens auf einem CD-ROM Medium entwickelt. Die Ausgabe erfolgt auf dem Monitor. Ein Ausdruck oder eine Speicherung kann optional auf Anweisung der/des Ausfüllenden erfolgen. Dem Konstrukt von Gesundheit werden folgende Dimensionen zugewiesen: Körpergewicht (BMI), Gesundheitsstatus (chronischen Erkrankungen und Symptome), Gesundheitsrisiko (genetischer Disposition, Risikoverhalten), Gesundheitsverhalten (Ressourcen, Coping), Zufriedenheit (Partnerschaft/Familie, Arbeit, Freundeskreis/soziale Beziehungen, Älter werden, Leben allgemein). Die entwickelten Items wurden textanalytisch mit Verfahren ähnlicher Zielrichtung abgeglichen. Im Rahmen eines Delphi Verfahrens wurde von 20 wissenschaftlichen Experten des Gesundheitswesens in einer fünfstufigen Skala die Itemqualität sowie die Relevanz für die jeweilige Dimension (Variable) beurteilt. Diese wurden über Mittelwert, Median, Streuung (Standardabweichung) und Varianzkorrelation untersucht. Endgültig ausgewählt wurden Items, die einen Mittelwert von mindestens 3,73, eine Standardabweichung unter/gleich 1 sowie eine Varianzkorrelation von mindestens 28 aufwiesen. Die Rückmeldeantworten ergeben sich aus Gruppenscorewerten, wobei Antwort A (Ampelfarbe rot) eine Bewertung mit Warnungscharakter und Handlungsempfehlung enthält, Antwort B (gelb) gibt eine positive Rückmeldung mit Verbesserungsempfehlung, Antwort C (grün) liefert eine positive Verstärkung.
Ergebnisse
Der Gesundheitscheck 50+ hat sich im praktischen Einsatz in der beruflichen Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer/innen bewährt. Eine Evaluation erfolgt durch die Universität Augsburg (Prof. Guggemoos, Augsburg). Es ist geplant, eine Version für ältere Arbeitslose und in englischer Sprache zu erstellen.
Laufzeit
1.1.2007–30.06.2007
Auftraggeber
Deutsche Angestellten Akademie GmbH Förderung: Das Projekt wurden durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln der Europäischen Sozialfonds gefördert.
Mitarbeit
Prof. Dr. Ingo Froböse, Zentrum für Gesundheit an der Sporthochschule Köln, Hans Stegemann, DAA Brandenburg, M. Gohl, MediTec GmbH, Dr. B. Begerow, iqpr GmbH, Dr. R. C. Zelfel, iqpr GmbH
Projektleitung und Ansprechpersonen
- Dr. Sportwiss. Bettina Begerow, E-Mail: begerow@iqpr.de
- Dr. phil. Rudolf C. Zelfel, Dipl.-Psych., E-Mail: zelfel@iqpr.de
Berufedatenbank für die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE)
In Berufsförderungswerken wird IMBA
in interdisziplinären Teams aus Ärzten, Psychologen, Arbeitspädagogen
und Berufskundlern, Sozialarbeitern und Rehaberatern eingesetzt. Es stellt
neben anderen Aspekten eine Grundlage für passgenaue Ausbildungs- und
Integrationsentscheidungen dar. Insbesondere kann der mit der Integration
ggf. verbundene Handlungsbedarf erkannt
werden, um zielgerichtete Maßnahmen einzuleiten. IMBA
dient zur Dokumentation von Status und Verlauf von Interventionsmaßnahmen
und ist ein nützliches Instrument bei der Erstellung individueller Förderpläne.
Das iqpr erstellt im Auftrag des Kompetenznetzwerkes eine elektronische
Datenbank aus Berufen, die bundesweit in Berufsförderungswerken
ausgebildet werden. Das Kompetenznetzwerk ist ein Zusammenschluss von 10
Berufsförderungswerken, die sich im besonderen der Thematik "Entwicklung
von Assessments als Entscheidungshilfe beruflicher Rehabilitation und
Integration" widmen. 2004 wird der Ausbau der bisher 150 vorliegenden
Berufsprofile und deren ständigen Aktualisierung auf alle ausgebildeten
Berufe der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke zentrale
Aufgabe sein. Zudem wird die Datenbank durch 150 Profile des 1.
Arbeitsmarktes erweitert. Berufsprofile werden auf der Grundlage von
Betriebsbegehungen, Interviews und bereits bestehenden Datenbanken wie
beispielsweise der Datenbank "berufeNet" der Bundesanstalt für
Arbeit
sowie weiteren aus der Praxis stammenden Informationsquellen erstellt.
Hierbei arbeiten im iqpr interdisziplinäre Teams, bestehend aus Ärzten,
Sportwissenschaftlern, Psychologen und Arbeitswissenschaftlern zusammen.
Die Datenbank ermöglicht somit die Beurteilung, in welchen Beruf ein
potentieller Rehabilitand nach entsprechender Testung direkt vermittelt
werden kann oder welche Qualifizierungsmaßnahme sich zur passgenauen,
fähigkeitskonformen Integration eignet. Zudem kann bei Vorliegen
entsprechender Fähigkeitsprofile der Rehaverlauf zwischen 2 oder mehrerern
festgelegten Zeitpunkten dokumentiert werden.
Mitglieder des Kompetenznetzwerkes sind die Berufsförderungswerke aus
Bad
Wildbad, Köln, Hamburg, Goslar, Frankfurt, München, Birkenfeld,
Dortmund,
Thüringen, Nürnberg sowie das BBRZ Steiermark/Österreich.
EIBE – Entwicklung und Integration eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements
Das Projekt EIBE mit einer Laufzeit vom 01. April 2005 bis zum 31. März 2007 ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördertes Projekt zur inhaltlichen Ausgestaltung des § 84 Abs. SGB 2 IX. Nach der Novellierung des SGB IX werden Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen verstärkt in die Pflicht genommen, Interventionen bei Beschäftigten, die mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres vorweisen, zu ergreifen.
Für die praktische Anwendung des § 84 Abs. 2 SGB IX fehlten – speziell in kleinen und mittleren Unternehmen – bislang inhaltliche Kriterien zur Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements.
In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Berufsförderungswerke (ARGE) wurde bundesweit in Berufsförderungswerken ein betriebliches Eingliederungsmanagement in die betrieblichen Strukturen der einzelnen Unternehmen integriert und ein standardisierter Ablauf zum betrieblichen Eingliederungsmanagement entwickelt (siehe Abbildung 1). Verbunden mit den gewonnenen Erfahrungen war eine positive Einschätzung der Akteure zur Kompetenzentwicklung in den Berufsförderungswerken, die Verbesserung des Unternehmensimages sowie eine optimierte gesundheitsorientierte Unternehmenskultur. Anhand von abgeschlossenen Betriebsvereinbarungen zum § 84 SGB IX und der auditierten und zertifizierten Berufsförderungswerke lassen sich Fortschritt und Qualität der Implementierung ableiten.
Durch die Beantwortung der vier Projektfragen:
- Für welche Adressaten erscheint ein betriebliches Eingliederungsmanagement besonders geeignet?
- Welche Akteure und Akteurinnen können im Rahmen eines betrieblichen Eingliederungsmanagements tätig werden und was können ihre Aufgaben sein?
- Wie kann ein betriebliches Eingliederungsmanagement in der Umsetzung inhaltlich ausgestaltet werden?
- Was können förderliche und hinderliche Faktoren bei der Inanspruchnahme, Implementierung und Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements sein?
konnten konkrete Hinweise und Empfehlungen zur Ausgestaltung des § 84 SGB IX im Bericht zusammengefasst werden. Der Bericht untergliedert sich in einen wissenschaftlichen Teil und in einen praxisorientierten Teil, der „Praxishilfen“, ein „Datenschutzkonzept“ und eine „Betriebsvereinbarung“ enthält.
Ansprechpartner: Harald Kaiser
Projektleitung iqpr: kaiser@iqpr.de
Website: www.eibe-projekt.de – EIBE
ERGOS-Studie: Ermittlung des Beitrags von ERGOS-Untersuchungen zur arbeits- und sozialmedizinischen Beurteilung der spezifischen arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit
Das ERGOS-Verfahren bietet die Möglichkeit einer umfassenden Beurteilung der körperlichen, arbeitsplatzbezogenen Leistungsfähigkeit für alle Arbeitsbereiche. In verschiedenen Arbeitssituationen können Abläufe wie Heben, Tragen, über Kopf arbeiten etc. simuliert werden. Die ermittelten Leistungen können mit einer EDV-gestützten Datenbank mit z.Z. 14 000 analysierten Tätigkeiten aus unterschiedlichen Branchen verglichen werden. Differenzierte und detaillierte Aussagen zur körperlichen Belastbarkeit hinsichtlich arbeitsplatztypischer Anforderungen sind möglich.
Seit einiger Zeit werden im ganzen Bundesgebiet zu verschiedenen arbeits-
und sozialmedizinischen Fragestellungen ERGOS-Untersuchungen durchgeführt.
Die Auftraggeber solcher ERGOS-Untersuchungen werden im Rahmen der Studie
insbesondere in Bezug auf ihre Zufriedenheit mit dem Verfahren befragt (Auftraggeberbefragung).
Im Rahmen der Studie werden außerdem Verfahrens-, Beobachtungs- und
Dokumentationsstandards entwickelt und implementiert.
An einer Stichprobe von ERGOS-Probanden soll unter kontrollierten Bedingungen
untersucht werden, welche Unterschiede zwischen einer "üblichen
ärztlichen Beurteilung" einerseits und einer "ERGOS-basierten ärztlichen
Beurteilung" andererseits bestehen.
Auftraggeber der ERGOS-Studie sind: das Kompetenznetzwerk der Berufsförderungswerke,
die Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
(ehemals Landesversicherungsanstalt Baden-Württemberg).
Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben
Von Mitte 2004 bis Ende 2006 hat das iqpr das Projekt Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben bearbeitet. Im Mittelpunkt standen die Themen: Assessment zur Teilhabe, Frühwarnsystem im betrieblichen Gesundheitsmanagement, Disability Management als standardisierte Form des betrieblichen Eingliederungsmanagements, Qualitätssicherung sowie Wirkungsanalyse und Erfolgsmessung in der beruflichen Rehabilitation, Weiterentwicklung des Internetforums zum SGB IX und Prävention im Unternehmen.
Gemeinsam mit der BAR wurde Ende Mai 2005 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn die Fachtagung Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben veranstaltet. Eine weitere Tagung beschäftigte sich im November 2005 mit dem Thema Evaluationsforschung bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Die Abschlusstagung wieder gemeinsam mit der BAR stand unter dem Motto Teilhabepotenziale frühzeitig erkennen und nutzen – betriebliche Eingliederung gestalten.
Die Ergebnisse des Vorhabens sind u. a. in der institutseigenen Publikationsreihe „iqpr Forschungsberichte“ veröffentlicht.
FORD-Projekt FILM: Förderung der Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter
Bei FILM handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der FORD Werke AG Köln und dem iqpr. Mit der Entwicklung des neuen Fiesta war eine komplette Umstrukturierung der Fertigungslinien in nahezu allen Fertigungsbereichen verbunden. Die Arbeitszeiten änderten sich hinsichtlich der Anzahl der Schichten, eine dritte Schicht ergänzte das bisher im Bereich der Endmontage übliche 2-Schichtverfahren, die Taktzeiten passten sich den neuen Rahmenbedingungen an. Wichtig für das im FILM Projekt war, dass u. a. eine Abteilung (Eigenfertigung) geschlossen wurde, sowie umfangreiche "alte" Vormontagebereiche entfielen, deren "leichtere" Tätigkeiten bedingt durch das neue Fiesta-Design und Schaffung eines externen Industriepark nicht mehr vorhanden waren. Von dieser Umstrukturierung waren ca. 500 vorwiegend ältere Mitarbeiter, zum großen Teil mit Behinderungen betroffen.
Die Projektkooperation von FORD und iqpr sah vor, die betroffenen Mitarbeiter in den produktiven Fertigungsprozess entsprechend ihrer vorhandenen Fähigkeit einzugliedern. Das gemeinsame Projekt sollte einen wichtigen Beitrag für den Erhalt von Beschäftigungsverhältnissen leistungsgewandelter und behinderter Arbeitnehmer leisten. Zielsetzung war ebenfalls die Installierung eines Frühwarnsystems um zukünftig möglichst früh auf Veränderungen im Fähigkeitsprofil der Mitarbeiter reagieren zu können. Weitere Ziele waren, die Optimierung der internen und externen Kommunikationswege, die Stärkung der sozialen Philosophie des Unternehmens, unter Beachtung wirtschaftlicher Eckdaten und einer Neuausrichtung des betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Das Projekt hat folgende Auszeichnungen erhalten:·
- 1. Reha-Preis des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG), 2003·
- National Corporate Health Award des Deutschen Verbandes für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. (DVGS) und der Messe Frankfurt, 2004·
- Sonderpreis "Demographischer Wandel" der Gemeinschaftsinitiative Gesünder Arbeiten e.V. (GiGA), 2004.
Veröffentlichung in "Angewandter Arbeitswissenschaft" als PDF
FORD-Projekt IMPF : Integration von Mitarbeitern in die Produktive Fahrzeugfertigung
Kurzbeschreibung des Projekts:
Integration von Mitarbeitern in die Produktive Fahrzeugfertigung - IMPF Seit
September 2004 unterstützt das iqpr die FORD-Werke in Saarlouis während des
Anlaufes der neuen FOCUS-Fertigung. Dabei werden neue Bausteine eines ganzheitlichen
Disability-Managements in das Unternehmen integriert. Ein multiprofessionelles
Team, geleitet von einem Disability Manager, kümmert sich um die fähigkeitsgerechte
Eingliederung von Mitarbeitern. Vertreter aus Betriebsrat, Schwerbehindertenbeauftragten,
Personalleitung, Betriebskrankenkasse, Gesundheitsdienst und iqpr bilden das
Team, in dem die speziellen Kompetenzen gebündelt werden und Eingliederungsentscheidungen
vorbereitet werden. Mitarbeiter sollen wieder in den normalen Produktionsprozess
eingegliedert werden, bzw. bei Überforderungen sollen maßgeschneiderte Maßnahmen
initiiert werden (ergonomische Änderungen, Förderungen, Rehabilitationsmaßnahmen,
Beratung, etc.). iqpr untersucht umfassend sowohl die Fähigkeiten der Mitarbeiter
als auch die Anforderungen bestehender und zukünftiger Arbeitsplätze. Messungen
mit Hilfe standardisierter FCE-Module (u.a. Handkraft, Hand-/Fingergeschicklichkeit,
Hebetests) auf der Fähigkeitsseite sowie Messungen am Arbeitsplatz und der
Arbeitsumgebung (Dimensionen wie Gewicht, Lärm, Entfernungen, etc.) und die
Einbeziehung vorhandener Unterlagen wie Ergonomiestudien oder Prozessbeschreibungen
unterstützen die Untersuchungen mit objektiven Daten. Mit Hilfe zielgerichteter
Fragebögen in deutscher, französischer, türkischer und italienischer Sprache
(z.B. Work Ability Index) können zudem Erkenntnisse für den Eingliederungsprozess
berücksichtigt werden. Speziell spielen hier Fragen aus den Bereichen des
subjektiv erlebten Gesundheitszustandes, der soziale Unterstützung und allgemeiner
Zufriedenheit eine wesentliche Rolle. Der Vergleich aus Fähigkeiten und Anforderungen
lässt Handlungsbedarf erkennen und zielgerichtet integrative Maßnahmen im
Sinne eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (siehe § 84 Absatz 2 SGB
IX ) durchführen.
Der 8-Punkte-Plan (Hilfe für Kleinstbetriebe zum betrieblichen Eingliederungsmanagement)
Seit fast zwei Jahren besteht nach § 84 SGB IX für Arbeitgeber die Verpflichtung zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Arbeitgeber müssen mit Mitarbeitern, die innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind, mit deren Zustimmung erörtern, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden, mit welchen Leistungen oder Hilfen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann.
Die Verpflichtung besteht unabhängig von der Größe des Betriebes. In Mittel- und Großbetrieben, die über einen betriebsärztlichen Dienst, eine Personalverwaltung, Mitarbeiter- oder Schwerbehindertenvertretungen verfügen, kann die Umsetzung in betrieblichen Strukturen erfolgen. In Kleinstbetrieben hingegen, mit nur wenigen Mitarbeitern, ist die Umsetzung schwieriger.
Für diese Zielgruppe erarbeitete das iqpr einen 8-Punkte-Plan, der alle Informationen für Kleinstbetriebe zusammenführt, Informationen aller Beteiligten wie Berufsgenossenschaft, Krankenkassen, Rentenversicherung, Integrationsämter sammelt und für Kleinstbetriebe aufbereitet.
Im Rahmen des Projektes wurde der „8-Punkte-Plan“, ein Konzept zur praktischen Umsetzung betrieblichen Eingliederungsmanagements in Kleinstbetrieben, fortgeschrieben. Zusätzlich wurde er während der Laufzeit des Projektes in fünfzehn Kleinstbetrieben der Gastronomie erprobt, um den Unterstützungsbedarf für eine Implementierung zu ermitteln.
Das Projekt fand im Rahmen der Initiative „job – Jobs ohne Barrieren“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales statt und wurde mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Laufzeit: 01.07.–31.12.2006, Ansprechpartner: Rudolf C. Zelfel, E-Mail: zelfel@iqpr.de
Abschlussbericht als PDF-Download (666 KB).
Die CD-ROM Gesundheitscheck 50+ wurde im Rahmen des europäischen Equal-Projektes im Jahr 2007 entwickelt. Sie ist mit einem kleinen Manual erhältlich bei dem Projektträger:
Deutsche Angestellten Akademie GmbH, Karl-Marx-Str. 2, 15230 Frankfurt (Oder)
http://www.daa-bbo.de, E-Mail: info@daa-bbo.de
ARCON-Studie: Test-Retest-Reliabilität des FCE-Verfahrens ARCON
Die arbeitsmedizinischen Vorsorge-, Eignungs- und Einstellungsuntersuchungen
stellen Aufgaben des Betriebsmediziners dar, die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
von zentraler Bedeutung sind. Entsprechend der Anforderungen und dem Gefährdungspotential
der Arbeitsplätze werden spezielle Untersuchungsverfahren angewandt. Nach
der Lastenhandhabungsverordnung ist bei Tätigkeiten, die die manuelle Handhabung
von Lasten einschließen, die körperliche Eignung der Beschäftigten zur Ausführung
der Aufgaben zu prüfen. Herkömmliche körperliche Untersuchungsmethoden bieten
nur bedingt eine Grundlage für Aussagen über die Leistungsfähigkeit in Bezug
auf derartig komplexe Aktivitäten. Seit mehreren Jahren werden daher in den
USA und Kanada Verfahren der sog. Functional Capacity Evaluation (FCE-Verfahren)
eingesetzt, bei denen u.a. Aktivitäten wie Heben, Tragen, Schieben/Ziehen,
Knien, Steigen, Reichen sowie verschiedene Hand- und Fingerfertigkeiten geprüft
werden.
Es stellt sich die Frage, inwieweit FCE-Verfahren und hier im Speziellen das
System ARCON® der kanadischen Firma VerNova zur Optimierung der ärztlichen
Aussagen im betriebsärztlichen Dienst der Deutschen Post AG beitragen kann.
Hierzu wurde ein mehrstufiges Projektdesign entwickelt. Dabei stand zunächst
die systemimmanente Frage der Erfüllung von Testgütekriterien im Vordergrund.
Im ersten Studienteil wurde zunächst die Test-Retest-Reliabilität (Testwiederholbarkeit)
des Systems evaluiert. Erste Zwischenergebnisse liegen vor.
Die Studie wird im Auftrag des Institutes für Rehabilitation und Behindertensport
der Deutschen Sporthochschule (Univ.-Prof.
Dr. I. Froböse) erstellt.
FCE-Studie: FCE-Systeme zur Beurteilung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit - Bestandsaufnahme und Experteneinschätzung
FCE-Systeme sind Tests, die mittels Durchführung arbeitsrelevanter Aktivitäten
eine Basis zur Beurteilung der physischen Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben
bieten. Stellungnahmen zum arbeitsbezogenen Leistungsvermögen spielen in der
sozialmedizinischen Beurteilung eine besondere Rolle. Die Beurteilung der
Leistungsfähigkeit und deren Gefährdung ist eine wichtige Grundlage für Leistungsentscheidungen
oder Erfolgsbeurteilungen in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.
Ziel der Studie ist ein umfassender Überblick über die Einsatzbereiche und
die Bewertung dieses Einsatzes aus dem Blickwinkel der befragten Experten.
Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 324 Einrichtungen zweimal schriftlich
befragt. Je nach Informations- und Erfahrungsstand der beteiligten Einrichtungen
wurden sowohl bei der ersten als auch der zweiten Befragung unterschiedliche
Fragebögen ausgegeben. Hier wurden vier Gruppen unterschieden: Anwender von
FCE-Systemen (n=35), Einrichtungen in Schulung (n=22), Einrichtungen, die
den Einsatz planen (n=28) und Einrichtungen ohne FCE-System (n=239).
Auftraggeber der Studie war der Verband der Rentenversicherungsträger.
Der Abschlußbericht wird veröffentlicht unter: Erbstößer, S., Nellessen,
G. & Schuntermann, M. (Oktober 2003): FCE-Studie:
FCE-Systeme
zur Beurteilung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit - Bestandsaufnahme
und Experteneinschätzung. Abschlussbericht. DRV-Schriften,
Bd. 44, herausgegeben vom Verband Deutscher Rentenversicherungsträger.
IMBA: Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitwelt
IMBA
ist ein Profilvergleichs- und Dokumentationsverfahren für den fähigkeitsgerechten
Personaleinsatz. Mit IMBA
lassen sich Arbeitsplatzanforderungen und menschliche Fähigkeiten durch
einheitliche, definierte Merkmale beschreiben und direkt miteinander vergleichen.
IMBA berücksichtigt dabei in besonderer Weise die Bedürfnisse älterer,
leistungsgewandelter und behinderter Menschen. IMBA wurde vom iqpr und den
Partnerorganisationen Miro GmbH, Siegen und MundA GmbH, Essen mit finanzieller
Förderung des BMGS entwickelt und erprobt. Das Entwicklungsteam setzte
sich aus einem interdisziplinären Team aus Arbeitswissenschaftlern, Medizinern,
Psychologen und Sportwissenschaftlern zusammen. IMBA liegt derzeit als Papierversion
IMBA 2000 und als Softwareversion IMBA 2003 vor.
Im Rahmen der Projektlaufzeit (01.2002-12.2003) steht die Weiterentwicklung
der Softwareversion IMBA 2003 im Vordergrund, sowie die Entwicklung von Beurteilungshilfen
für die Erstellung von Anforderungs- und Fähigkeitsprofilen mit
IMBA. Ein Anwenderkolloquium ist in Planung. Weiterhin ist die Durchführung
von IMBA-Schulungen sowie die Erweiterung der Beispielprofildatenbank, auf
die die lizenzierten IMBA-Anwender Zugriff haben, ein zentrales Ziel im laufenden
Projekt. Die Einführung von IMBA im europäischen Raum (u.a. Slowenien,
Litauen, Finnland, Belgien) wird außerdem begleitet.
Projekt Analyse Fahrradzustellung der Deutschen Post AG
Im Auftrag des Institutes für Rehabilitation und Behindertensport der Deutschen Sporthochschule (Univ.-Prof. Dr. I. Froböse) führte das iqpr eine deutschlandweite Untersuchung bei Fahrradzustellern der Deutschen Post AG durch.
Ziel war es, die Beanspruchung bei der Fahrradzustellung zu analysieren und die Belastung der Beschäftigten festzustellen. Dabei galt es die Frage zu klären, ob die individuelle Leistungsfähigkeit der Fahrradzusteller in der Regel ausreicht, um den Anforderungen des Arbeitplatzes gerecht zu werden.
Mitarbeiter des iqpr analysierten ca. 40 Arbeitsplätze und begleiteten 18 Fahrradzusteller ganztägig bei der Arbeit. Darüber hinaus wurden ca. 100 Fahrradzusteller von Betriebsärzten medizinisch untersucht.
Neben diversen diagnostischen Verfahren, subjektiven und objektiven Einschätzungsbögen, wurden das Profilvergleichsverfahren IMBA und das FCE-System ARCON eingesetzt.
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die körperliche Leistungsfähigkeit
der untersuchten Zusteller den Anforderungen ihres Arbeitsplatzes genügt.
PRVE: Prävention und Rehabilitation zur Verhinderung von Erwerbsminderung
Das Projekt Prävention und Rehabilitation zur Verhinderung von Erwerbsminderung ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) unterstütztes Forschungs- und Modellprojekt.
Antragszugänge, Finanzvolumen und Bezugsdauer von Erwerbsminderungsrenten, die demographische Entwicklung sowie ihre Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die soziale Sicherung erfordern eine Prozessgestaltung, die deutlich über die Verantwortungsgrenzen des einzelnen Trägers hinausgeht. Dies bedeutet, Aufgaben und Leistungen der Rehabilitationsträger und die Sichtweise der betroffenen Menschen unter den neuen sozialrechtlichen Folgen des SGB IX zusammenzuführen.
Verhinderung von Erwerbsminderung stellt somit hohe Anforderungen an ein trägerübergreifendes Gesundheitsmanagement. Es geht in diesem Zusammenhang jedoch nicht nur um eine Professionalisierung des Gesundheitsmanagements. Entscheidend ist auch, dass der Dialog mit dem Betroffenen zum Gestaltungsprinzip der Prozesse wird. Darüber hinaus gilt es, das Präventions- und Rehabilitationspotenzial des Betriebes bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Verhinderung von Erwerbsminderung entsprechend auszuschöpfen.
Im Rahmen des Projektes werden Instrumente zur Verhinderung von Erwerbsminderung beschrieben und teilweise auch entwickelt. Von grundlegender Bedeutung sind hier die Instrumente Gesundheitsmanagement, Beratung, Assessment, Vernetzung und Qualitätssicherung.
Die Aufgabenschwerpunkte des Projektes sind im Einzelnen: Konzeption eines
Frühwarnsystems zur Prävention von Erwerbsminderung, Eingliederungsmanagement
und Disability Management als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements,
die Begutachtung der Teilhabe am Arbeitsleben, Entwicklung einer Assessmentdatenbank
sowie die dialogorientierte Gestaltung des Erwerbsminderungsrentenverfahrens.
Folgende Leitthesen charakterisieren den Ansatz des Projektes:
- Verhinderung von Erwerbsminderung setzt voraus, dass der "schleichende Entstehungsprozess" möglichst frühzeitig erkannt wird.
- Um alle Präventions- und Rehabilitationsmöglichkeiten effizient und effektiv zu nutzen, sind eine frühzeitige Beratung der Betroffenen, institutionenübergreifendes Fallmanagement, ressourcenorientiertes, umfassendes Assessment und eine Vernetzung der Akteure notwendig.
- Auf betrieblicher Ebene wird ein gezieltes Gesundheitsmanagement benötigt, um alle Handlungsmöglichkeiten zur frühzeitigen Verhinderung von Erwerbsminderung ausschöpfen zu können.
- Die systematische Anwendung von Profilvergleichssystemen ist ein Ansatzpunkt zur Förderung der Leistungsfähigkeit behinderter Mitarbeiter und zur Optimierung der Arbeitsgestaltung sowie Personalentwicklung.
- Für die Qualität des Erwerbsminderungsrentenverfahrens ist es entscheidend, dass der Dialog mit dem Versicherten das verfahrensleitende Gestaltungsprinzip wird.
Auf der PRVE Fachtagung Anfang Februar 2004 im Gustav-Stresemann-Institut
in Bonn wurden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt und diskutiert. Das
Projekt wurde Ende Mai 2004 abgeschlossen.
Folgende Publikationen stehen für sie als PDF bereit.
Projektbericht (348 Seiten; 4.123 KB)
Materialsammlung zum Projektbericht ( 341 Seiten; 19.086 KB)
Kurzfassung des Projektberichts (17 Seiten; 475 KB)
Rechte und Pflichten der Antragsteller im Erwerbsminderungsrentenverfahren
(24 Seiten; 246 KB)
Erwerbsminderung - Bedeutung und Vermeidung (111 Seiten; 1.345 KB)
ZAK-Online: Zusatzqualifikationen mit Online-Training und Ausbau eines Kooperationsnetzwerkes mit Betrieben
Im Rahmen des ZAK-Online Projektes entwickeln und erproben die Berufsförderungswerke Bad Wildbad, Hamburg und Michaelshoven Strategien zur Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten arbeitsmarktbenachteiligter Rehabilitandinnen und Rehabilitanden in den Arbeitsmarkt. Das iqpr hat den Auftrag, einzelne Teilprojekte zu evaluieren.
In den einzelnen Teilprojekten werden Faktoren modelliert, von denen angenommen
wird, dass sie sich entscheidend auf eine erfolgreiche berufliche Integration
auswirken. Zielsetzung der Begleitforschung ist es, zu überprüfen,
inwieweit diese Faktoren zum Erfolg des Maßnahmeverlaufes sowie zur
Integration in den Arbeitsmarkt beitragen. Im Einzelnen stehen in den verschiedenen
Teilprojekten folgende Aspekte u.a. im Vordergrund:
- Veränderung der Schlüsselqualifikationen im Rahmen einer kaufmännischen Umschulung mit einem hohen Onlineanteil,
- arbeitsmarktangepasste IT-Qualifizierung,
- individualisierte Zuweisung von vermittlungsorientierter Beratung und Qualifizierung,
- Optimierung des Vermittlungsprozesses im Umschulungsverlauf.
In den einzelnen Teilprojekten kommen folgende Studiendesigns zum Einsatz:
- Zweigruppen-Prä-Post-Design (Vergleich zwischen einer Standard Umschulung und einer Umschulung mit hohem Onlineanteil),
- Einzellfallstudie (individualisierte Zuweisung),
- Querschnittstudie (Rehabilitandenbefragung zur Vermittlungsproblematik im Verlauf der Umschulung und zum Verbleib der Rehabilitanden nach Abschluss der Maßnahme).
Als Erhebungsinstrumente werden eingesetzt: Leitfadeninterviews, die Persönlichkeits-fragebögen AVEM und BIP, der SF 36, der SozU-14, der SOC-L9. Daneben wurden für die Querschnittstudie zwei umfangreiche Fragebögen entwickelt. Für die Einzelfallanalysen wurde ein "maßnahmespezifischer Leistungskatalog" entwickelt, der es ermöglicht, die einzelnen Vermittlungs- und Qualifizierungsleistungen personenbezogen zu dokumentieren.
Die Ergebnisse der Rehabilitandenbefragung im Rahmen des Teilprojektes "Optimierung des Vermittlungsprozesses im Umschulungsverlauf" wurden im März 2004 auf dem Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium in Düsseldorf vorgestellt.
Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) bis September 2004.
Folgende Publikation steht für sie als PDF bereit:
Projektbericht (211 Seiten; 3,84 MB)
Identifizierung von Risiko- und Protektionsfaktoren für Ängste und depressive Verstimmung bei berufstätigen Frauen und Männern sowie Präventionskonzept zur Gesundheitssicherung – IRis Protekt
In geschlechtergetrennten Analysen werden die Mehrfach-Beanspruchungen durch Arbeitswelt und Familienleben teilweise als Gesundheit gefährdend (Schneider NF, 2004, Steenland K, Fine L, Belkic K et al, 2000) andernteils aber auch als auch protektiv (Narayanan L, Menon S, Spector E, 1999) herausgestellt.
Im Rahmen der Förderung „Primärprävention zum Erhalt seelischer Gesundheit von Frauen“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit das Projekt IRis Protekt durchgeführt. Ziel ist es, Risiko- und Protektionsfaktoren zu identifizieren, die für die Entstehung und Abwendung von Ängsten und depressiver Verstimmung bei berufstätigen Frauen, in Abgrenzung zu entsprechenden Entwicklungen bei Männern, bedeutsam sind.
Innerhalb eines Jahres (01.Dezember 2006 bis 30. November 2007) werden folgende 3 Studienabschnitte bearbeitet:
1. Literatur-Recherche:
Aus Datenbanken von Medline, Psyndex sowie fünf Verlagsdatenbanken wurden insgesamt 800 Titelangaben seit 1995 gesichtet. 80 Abstracts verblieben in der Enddurchsicht, die über ein Modell zur Studieneinteilung weiter strukturiert und analysiert wurden (Berichtlegung April 2006).
2. Eigenen Datenerhebung:
Aufgrund der Erkenntnisse der Literatursichtung wurde ein Untersuchungsmodell konzipiert und ein Instrument aus validierten Fragenbögen und einem halbstandardisierten Interview zu den Bereichen Arbeitsleben, Familie / Partnerschaft / Kinder, Haushalt zusammengestellt. (Untersuchungsmodell und Instrument sind bis Ende der Projektlaufzeit vom BMG nicht freigegeben)
In den Praxisbereichen der stationären akuten Psychosomatik, der stationären rehabilitativen Psychosomatik, der ambulanten Psychosomatik und der nicht diagnostizierten Kontrollpersonen werden zurzeit Daten erhoben.
Es sollen unterschiedliche Konstellationen im Sinne sozialer Rollen sowie eigene Vorstellungen und Zufriedenheiten mit dieser Rollenerfüllung differenziert werden. Besonderheiten dieser Faktorenkonstellationen sowie damit assoziierte schädigende und schützende Einflüsse sollen durch den Vergleich mit berufstätigen Männern und mit nicht berufstätigen Frauen aufgedeckt werden.
3. Konzeption eines Präventionsmodells für die betriebliche Gesundheitsförderung
Im Anschluss wird basierend auf Studienergebnissen der internationalen Literatur sowie den eigenen Erhebungen ein Präventionskonzept zur Gesundheitssicherung entwickelt, das im Rahmen der Betrieblichen Fördermaßnahmen implementiert werden kann.
Somit kann der gesetzlichen Aufforderung nach Betrieblicher Gesundheitsförderung, laut §20a im Sozialgesetzbuch V durch untersuchte und entsprechend Erfolg sichernde Maßnahmen zielgruppenspezifisch entsprochen werden und seelische Gesundheit geschützt sowie Arbeits- und Leistungsfähigkeit erhalten werden.
Ansprechpersonen im iqpr:
- Dr. sportwiss. Bettina Begerow
- Dipl.- Psychologe Thorsten Flach
Ansprechperson im Bundesministerium für Gesundheit:
Elke Metz, Regierungsdirektorin, Leiterin des Referates „Frauen und Gesundheit“
Health Tutoring in Adult Education – Gesundheitscoaching in der Erwachsenenbildung
Challenge
In adult education we usually pay attention to the teaching content and the competence of tutors and trainers. Quality is defined by different aspects such as different methods, competency of trainers, variety of content and the success of the learners. Nevertheless, with the exception of the statuary Health & Safety regulations, aspects promoting and preserving health are usually not an issue for individual training institutions. What we are talking about concerns the arrangement of rooms, breaks between study time and sensible activities during these breaks, catering services offering balanced diet opportunities as well as emotional aspects like relations with tutors and trainers and fellow students. All these aspects have considerable influence on the health and wellbeing of students and thus, in the end, on motivation, efficiency and the qualification gained by learners. This project is supported by the European Union.
Aims
Therefore we are creating a health tutor training course which enables the trainers to implement changes within the institution to improve the concentration and receptivity of learners, to strengthen their capacity and joy of learning and working, to reduce the sickness rate of learners and to enhance their integration into the labour market. Our products will be a course framework, a health check, a curriculum and additional material
Target groups
Teaching staff in adult education institutions (main target group), management, other staff working in these institutions, external professionals/consultants including trade unionists, concerned individuals.
Languages
Most materials will be translated in all partner languages such as: German, English, French, Italian, Finnish and Polish.
Courses We are offering the possibility to take part in the European health tutor training course, which will be funded by Grundtvig 3. The training language will be English. The courses will take place in Florence (IT), Milano (IT) and Berlin (DE) in April and May 2008. If you want to participate, please contact the coordinator on the address given below.
Project Partners
Deutsche Angestellten-Akademie (DE) Project coordinator,
Cracow School of Management and Administration (PL)
Culture et Liberté (FR),
iqpr Institut for Quality Assurance in Prevention and Rehabilitation GmbH at the German University of Sports Cologne (DE) [2007-2008]
Pixel (IT), Irecoop Lombardia – Cooperative Society (IT),
Savonia University of Applied Sciences (FI), [2006-2007]
Totnes School of English (UK),
Project Duration
10/2006–09/2008
Contact
Deutsche Angestellten Akademie, Frankfurt (Oder) Anette Deharde-Rau, Karl-Marx-Str. 2, D – 15230 Frankfurt (Oder), Phone: +49 335 556 41 25, Fax: +49 335 500 47 49, E-Mail: anette.deharde-rau@daa-bw.de, http://www.healthtutor.eu
iqpr The iqpr develops a tool for improving health promotion in Adult Education Institutes, an assessment tool for the implementation an evaluates the training courses for trainers
Ansprechparter:
- Dr. Sportwiss. Bettina Begerow, E-Mail: begerow@iqpr.de
- Dr. phil. Rudolf C. Zelfel, Dipl.-Psych., E-Mail: zelfel@iqpr.de
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