Blick in die Zukunft
Auf Basis der Erfahrungen in den verschiedenen Projekten und der Auseinandersetzung mit dem Thema Zukunft des Sozialstaats halten wir die unten aufgeführten Aspekte für die Weiterentwicklung der beruflichen Rehabilitation für besonders beachtenswert.
Die folgende Liste ist weder vollständig noch abgeschlossen, sie dient vor allem der Orientierung sowie als Anregung für die weitere Diskussion. Für unsere Kooperationspartner und Auftraggeber soll damit deutlich werden, auf welche Zielpunkte wir unsere Forschungsvorhaben beziehen.
Zwei Handlungsebenen möchten wir voneinander unterscheiden,
- das Versorgungssystem der beruflichen Rehabilitation insgesamt und
- das konkrete Rehabilitationssetting bei einem Leistungserbringer.
Für die berufliche Rehabilitation insgesamt werden in Zukunft folgende Aspekte wichtig sein:
- Strukturen, Prozesse und Interventionen müssen sich als Anschlussfähig in Bezug auf den weiteren Reformprozess des (aktivierenden) Sozialstaats erweisen.
- Die kontinuierliche Bewertung der beruflichen Rehabilitation im diesem Reformprozess setzt eine trägerübergreifende, datenbasierte Berichterstattung voraus.
- Die Inklusionspotenziale von Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation gilt es zu stärken.
- Für die Akzeptanz der Leistungen wird ein entscheidendes Kriterium der wissenschaftlich abgesicherte Nachweis ihrer Wirksamkeit sein.
- Eine stärkere Betonung des Vermittlungsauftrages der Leistungserbringer macht fundierte, auch zertifikatsorientierte berufliche Bildung nicht überflüssig. Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit gesundheitlichen Problemen unter Verzicht auf berufliche Bildung ist eine Illusion.
- Für die Zielgruppen der beruflichen Rehabilitation wird das Motto der Arbeitsmarktreformen „Fördern und Fordern“ zunehmend stärker von Bedeutung werden. Rehabilitation ist Hilfe zur Selbsthilfe, ressourcenorientierte Aktivierung.
Das Rehasetting der Zukunft, auf der Ebene des Leistungserbringers, lässt sich wie folgt skizzieren:
- Die steigenden Anforderungen an die Vermittlungsqualität werden mit Hilfe eines entsprechend differenziert ausgestalteten Integrations- bzw. Übergangsmanagement bearbeitet.
- Kompetenzentwicklung wird stärker individualisiert, insbesondere für ältere Leistungsberechtigte.
- Der Erwerb anerkannter Zertifikate wird weiterhin eine große Rolle spielen.
- Der Lernort Betrieb wird systematisch erschlossen, mit dem Ziel, dass fließende Übergänge in Arbeit möglich werden.
- Die Bewältigung realer Arbeit ist ein „Motor“ der Wiedereingliederung.
- Das Rehasetting hat einen hohen Aufforderungscharakter für Selbstverantwortung und Eigeninitiative.
- Coachingangebote unterstützen die Stellensuche und wenn notwendig die Einarbeitungsphase im Unternehmen.
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